Die Kyffhäuser und Reservistenkameradschaft Grüsselbach hatte am Samstag, 18. Oktober 2008 Friedhof Waldhof Grüsselbach zur Enthüllung eines Gedenksteines zur Erinnerung an General a. D. Alexander von Falkenhausen (1878 – 1966) eingeladen.
Falkenhausen wurde am 29. Oktober 1878 auf Gut Blumenthal bei Neisse in Oberschlesien geboren.
1897 trat er in die Preußische Armee ein, besuchte die Kriegsakademie und studierte orientalische Sprachen an der Universität Berlin.
1912 war er Militärattaché in Tokio und während des Ersten Weltkrieges militärischer Berater bei der türkischen Armee in Palästina.
Nach dem Ersten Weltkrieg tritt der frühere Militärbevollmächtigte in der Türkei in die Reichswehr ein. Später wird er für die DNVP in den Sächsischen Landtag gewählt.
Falkenhausen missbilligte die Machtübernahme der Nationalsozialisten und lässt sich 1934 als Militärberater nach China entsenden. Mit Rücksicht auf seine Familie kehrt er 1938 auf Druck des Außenministers Joachim von Ribbentrop nach Deutschland zurück.
In Berlin findet er Kontakt zu den Widerstandskreisen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler und hält Verbindung zu den Oppositionellen in der Abwehr, im Auswärtigen Amt und zu Angehörigen des Kreisauer Kreises. Von 1940 bis 1944 ist er Militärbefehlshaber von Belgien und Nordfrankreich.
Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler wird Alexander von Falkenhausen am 29. Juli 1944 verhaftet. Er war im KZ Dachau inhaftiert. Er war nicht als Schutzhäftling mit dem Großteil der KZ-Häftlinge im Schutzhaftlager inhaftiert, sondern wurde als prominente SS-Geisel mit weiteren ca. 140 so genannten Ehrenhäftlingen isoliert gehalten. Falkenhausen wurde am 9. April 1945 vom KZ Flossenbürg nach Dachau transportiert. Am 25. April 1945 wurde die gesamte Gruppe mit Bussen abtransportiert und über Innsbruck nach Südtirol gebracht, wo sie am Pragser Wildsee in der Nähe des Ortes Niederndorf Anfang Mai 1945 von den US-Truppen befreit wurden. Nach seiner Befreiung lieferten ihn die alliierten Besatzungsbehörden 1945 an Belgien aus, wo er 1951 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, aber kurze Zeit danach frei gelassen wurde.
Falkenhausen starb am 31. Juli 1966 in Nassau.
Dieser Gedenkstein auf dem Friedhof des Waldhofes Grüsselbach wurde errichtet, da auf diesem Friedhof seine Ehefrau Paula und seine langjährige Sekretärin Ilse von Dazur begraben liegen.
Die Kyffhäuser- und Reservistenkameradschaft möchte hiermit auch seinen Widerstand gegen das NS-Regime würdigen.
Der Vorsitzende der Kyffhäuser- u. Reservistenkameradschaft Grüsselbach konnte zahlreiche Ehrengäste zu der Feierstunde begrüßen, die von der Bläsergruppe Grüsselbach musikalisch umrahmt wurde. Es waren dies der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand, in Vertretung des Landrates die Kreisbeigeordnete Rita Baier, der Präsident des Deutschen Kyffhäuserbundes, Dieter Fischer, Rasdorfs Bürgermeister Berthold Körbel (CDU), die Grüsselbacher Ortsvorsteherin Doris Walk, Wolfram Mandry, Vorsitzender des Kyffhäuser-Bundes Berlin u. Johann Patton für die Kyffhäuser - Kameradschaft Großentaft, Dr. Wolfgang Hamberger, Vorsitzender der Point Alpha Stiftung. Die Ehrengäste sprachen auch Grußworte im Rahmen einer anschl. Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus.
Der Neffe des Generals a.D. Friedrich Andreas von Falkenhausen hielt die Laudatio auf dem Friedhof am Waldhof. Zum Abschluss gab es Salutschüsse durch die Kameraden der Kyffhäuser-Kameradschaft Kaltennordheim.
Berthold Jost
Kyffhäuser-Kameradschaft Grüsselbach
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